Los Angeles: Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt der Engel

Los Angeles ist keine Stadt, die man abhakt. Sie ist ein loser Verbund aus Dutzenden Vierteln, die sich über 1.300 Quadratkilometer zwischen Bergen und Pazifik verteilen – und jedes davon hat seinen eigenen Charakter. Wer nur die Postkartenmotive abklappert, verpasst das Beste. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt eine Stadt, die zwischen Filmgeschichte, Strandkultur und Weltklasse-Museen mehr zu bieten hat als jedes Klischee vermuten lässt.
Hier sind die Orte, die sich wirklich lohnen – plus die Tipps, die man vorher gerne gewusst hätte.
Griffith Observatory: der beste Ausblick der Stadt
Wenn Sie nur einen einzigen Ort besuchen können, dann diesen. Das Observatorium liegt an den Südhängen des Mount Hollywood und bietet den vollständigsten Blick über das Becken von Los Angeles: Downtown, die endlose Rasterstruktur der Boulevards, an klaren Tagen der Pazifik. Der Eintritt ins Gebäude ist frei, die Ausstellungen zu Astronomie und Erdgeschichte sind erstaunlich gut gemacht, und im Planetarium laufen mehrmals täglich Vorstellungen.
Tipp: Kommen Sie etwa 90 Minuten vor Sonnenuntergang. Sie erleben die Stadt bei Tageslicht, im goldenen Licht und anschließend im Lichtermeer. Parkplätze sind knapp – der DASH-Bus vom Vermont/Sunset Metro-Bahnhof erspart Nerven.
Das Hollywood Sign: aus der richtigen Perspektive
Der berühmteste Schriftzug der Welt lässt sich nicht direkt betreten, aber gut erwandern. Der Brush Canyon Trail vom Griffith Park führt in etwa zwei Stunden zu einem Aussichtspunkt hinter dem Schriftzug. Wer es kürzer mag, nimmt den Weg vom Lake Hollywood Park – von dort gibt es das klassische Frontalfoto ohne große Steigung.
Denken Sie an Wasser und Sonnenschutz: Die Hänge sind trocken, staubig und fast schattenlos.
Hollywood Boulevard: Walk of Fame und Chinese Theatre
Ehrlich gesagt: Der Walk of Fame ist der am meisten überschätzte Ort der Stadt – ein voller Gehweg mit Souvenirläden. Trotzdem gehört ein kurzer Besuch dazu, vor allem wegen des TCL Chinese Theatre mit den Hand- und Fußabdrücken im Vorhof und wegen des Dolby Theatre, in dem die Oscars verliehen werden. Planen Sie eine Stunde ein, nicht drei. Deutlich lohnender in der Nähe: das Egyptian Theatre und ein Abstecher zum Hollywood Forever Cemetery, wo im Sommer Filme auf der Rasenfläche gezeigt werden.
Santa Monica Pier und der Beginn der Route 66
Der hölzerne Pier mit dem solarbetriebenen Riesenrad ist das Bild, das die meisten im Kopf haben, wenn sie an Kalifornien denken. Hier endet die legendäre Route 66. Rundherum: breiter Sandstrand, der Radweg The Strand, und mit der Third Street Promenade eine Fußgängerzone zum Bummeln.
Am schönsten ist es früh am Morgen, wenn die Nebelschwaden über dem Wasser hängen und der Pier noch fast leer ist.
Venice Beach: schrill, laut, unvergesslich
Wenige Kilometer südlich wird es exzentrisch. Der Ocean Front Walk ist eine Dauerbühne aus Straßenkünstlern, Skatern und Bodybuildern im legendären Muscle Beach. Direkt daneben liegt der berühmte Skatepark am Meer.
Kaum jemand kennt den ruhigen Gegenpol: die Venice Canals ein paar Straßen landeinwärts. Kleine Brücken, Wasserläufe und Gärten – vor über hundert Jahren als Nachbau Venedigs angelegt und heute eines der idyllischsten Wohnviertel der Stadt.
Getty Center: Kunst über den Wolken
Das Getty Center thront auf einem Hügel in Brentwood und ist schon architektonisch eine Reise wert: heller Travertin, klare Linien, ein Zentralgarten, der selbst als Kunstwerk gilt. Eine kleine Standseilbahn bringt Besucher vom Parkhaus hinauf. Die Sammlung reicht von Van Gogh bis zu europäischer Fotografie – und der Eintritt ist frei.
Wer mehr Zeit hat: Die Getty Villa in Pacific Palisades zeigt Antiken in einer Nachbildung einer römischen Landvilla.
Downtown LA: The Broad, Walt Disney Concert Hall, Grand Central Market
Downtown hat sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten enorm gewandelt. Drei Ziele auf engem Raum:
The Broad – Zeitgenössische Kunst von Warhol bis Koons, kostenloser Eintritt mit Zeitfenster-Reservierung. Für den Infinity Room von Yayoi Kusama sollte man sich früh anstellen.
Walt Disney Concert Hall – Frank Gehrys geschwungene Stahlfassade, direkt gegenüber. Der öffentlich zugängliche Dachgarten ist ein Geheimtipp.
Grand Central Market – Markthalle von 1917, heute die beste Adresse für einen unkomplizierten Mittagsstopp zwischen Tacos, Eiernudeln und Sandwiches.
LACMA und die Museumsmeile am Wilshire Boulevard
Das Los Angeles County Museum of Art ist das größte Kunstmuseum im Westen der USA. Das meistfotografierte Objekt steht allerdings draußen und ist gratis: Urban Light, die Installation aus über 200 restaurierten Straßenlaternen. Nebenan liegen die La Brea Tar Pits, natürliche Asphaltseen mitten in der Stadt, in denen Mammut- und Säbelzahnkatzenknochen gefunden wurden.
Beverly Hills, Rodeo Drive und die Hügel
Palmenalleen, makellose Vorgärten, Luxusboutiquen: Beverly Hills funktioniert auch als reine Anschauung, ohne einen Dollar auszugeben. Sehenswert sind das Beverly Hills Hotel, die Gartenanlage rund um das Rathaus und die Fahrt durch die kurvigen Straßen der Hollywood Hills mit ihren Case-Study-Häusern der Nachkriegsmoderne.
Universal Studios Hollywood
Der einzige große Freizeitpark direkt in der Stadt – Achterbahnen, aufwendige Themenwelten und die klassische Studio Tour durch echte Außenkulissen. Ein voller Tag, an dem sich frühes Kommen und ein Express-Ticket an Wochenenden auszahlen.
Malibu und der Pacific Coast Highway
Für den vielleicht schönsten Tag Ihrer Reise: Fahren Sie den Highway 1 nach Norden. Stopps in El Matador State Beach mit seinen Felsformationen, in Point Dume mit Blick auf die Bucht und am Malibu Pier. Zwischen Dezember und April sind vom Ufer aus regelmäßig Grauwale zu sehen.
Olvera Street: der Ursprung der Stadt
Hier begann Los Angeles 1781 als kleine spanische Siedlung. Die schmale Gasse mit Marktständen, Mariachi-Musik und der ältesten erhaltenen Wohnbebauung der Stadt ist eine willkommene Erinnerung daran, dass LA älter ist als jede Filmkulisse.
Praktische Tipps für den Besuch
- Auto oder nicht? Die Metro ist besser als ihr Ruf und verbindet Downtown, Hollywood, Santa Monica und Long Beach. Für Malibu, das Getty Center oder die Hügel brauchen Sie trotzdem ein Auto oder Fahrdienste.
- Verkehr einplanen. Zwischen 7 und 10 sowie 15 und 19 Uhr können sich 20 Kilometer zu einer Stunde ausdehnen. Planen Sie Ihren Tag geografisch, nicht thematisch: erst die Westside, dann Downtown – nicht im Zickzack.
- Beste Reisezeit. März bis Mai und September bis November. Der Juni bringt oft den „June Gloom“, eine hartnäckige Hochnebeldecke an der Küste bis in den Nachmittag.
- Immer eine Jacke dabei. Am Strand kann es abends 10 Grad kühler sein als im Landesinneren.
- Kostenlose Highlights. Getty Center, The Broad, Griffith Observatory, Urban Light und sämtliche Strände kosten keinen Eintritt.
Drei Tage, gut aufgeteilt
Tag 1 – Küste: Santa Monica Pier, Radtour nach Venice, Nachmittag am Strand, Sonnenuntergang in Malibu.
Tag 2 – Kultur: Getty Center am Vormittag, LACMA und Tar Pits am Nachmittag, abends Downtown mit Grand Central Market.
Tag 3 – Hollywood: Wanderung zum Hollywood Sign am frühen Morgen, Hollywood Boulevard, später Nachmittag im Griffith Observatory zum Sonnenuntergang.
Los Angeles belohnt Reisende, die sich treiben lassen. Nehmen Sie sich einen Tag weniger Programm vor als geplant – und einen Umweg über eine Küstenstraße mehr.
2 Kommentare
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ja kann man so machen.
Mal sehen ob die Benachrichtigung klappt