Die Tage waren kurz, der Druck gigantisch. Nach einer Laufbahn, die ganze Musikgenres definierte, hätte man sich vielleicht einen finalen, bombastischen Abschluss erhofft. Doch Tony Iommi, der unerschütterliche Kern von Black Sabbath, hat sich entschieden: Kein weiteres Studioalbum mit der legendären Originalbesetzung. Obwohl Produzent Andrew Watt alles daransetzte, um diesen Traum zu verwirklichen, hat Iommi das Angebot ablehnt. Doch das ist das kleinste Detail in dieser melancholisch-epischen Geschichte. Denn kurz darauf lieferten die Musiker den ultimativen, unvergesslichen Abschied.
Der Pitch: Watt wollte Black Sabbath neu definieren
Der Gitarrengott von Black Sabbath ist 78 Jahre alt und hat die letzten Jahrzehnte mit einer Intensität gelebt, die nur wenigen Heavy-Metal-Legenden gleicht. Als Andrew Watt, der bereits die jüngsten Soloarbeiten von Ozzy Osbourne, wie „Ordinary Man“ und „Patient Number 9“, produziert hatte, die Idee für ein letztes gemeinsames Werk aufkam, war Iommi wohl nicht sofort begeistert.
„Ich hatte Andrew Watt kennengelernt, als er Ozzy produzierte. Er war sehr enthusiastisch und ein bisschen zu begeistert“, erinnert sich Tony Iommi in einem Gespräch mit dem Magazin Classic Rock. Man kann sich Watt die riesigen, glühenden Augen vorstellen – dieser Mann wollte Black Sabbath nicht nur dokumentieren, er wollte es rocken, wie es sich anfühlt.
Warum Iommi das zusätzliche Album ablehnte
Trotz der offensichtlichen Attraktivität der Idee, nach dem letzten großen Werk von 2013 noch einmal zusammenzukommen, zögerte Iommi. Was ihn zurückhielt? Ein Gefühl der Vollendung.
„Er wusste außerdem nicht, wie es ist, mit der ursprünglichen Besetzung von Sabbath zu arbeiten, mit Bill zu arbeiten“, erklärt Iommi. Er meint damit die tief verwurzelte, fast symbiotische Chemie zwischen ihm, Ozzy, Geezer Butler und Bill Ward. „Außerdem hatten wir ‚13‘ gemacht, und mir gefiel die Vorstellung nicht: ‚Jetzt kommt noch ein weiteres Album‘“, so die ehrliche Einschätzung des Gitarristen. Es fühlte sich für ihn an, als würde man einen perfekten Wein nach der optimalen Reifung unnötig noch ein paar Jahre in den Keller stellen.
Der wahre Höhepunkt: Das Konzert von 2025
Als die Tonstudios sich also nicht für einen letzten Soundtrack entschieden, wechselten die Sabbath-Könige den Schauplatz: Sie gingen auf die Bühne. Anstatt eines Studio-Abschieds präsentierten sie sich mit einem grandiosen Konzert unter dem Titel „Back to the Beginning“.
Dieses einmalige Benefizereignis fand im Villa Park im Birminghamer Stadtteil Aston statt und markierte den letzten gemeinsamen Auftritt des Quartettes mit Ozzy Osbourne. Es war ein Showstopper, ein musikalischer Hochgenuss, der die Fans in ekstatische Hingabe stürzte. Doch der Vorhang fiel nicht einfach so.
Nur 17 Tage nach dieser elektrisierenden Performance wurde der „Prince of Darkness“ still.
Der Blick hinter die Kulissen: Ozzys letzte Stunden
Tony Iommi enthüllte kürzlich, welche Worte Ozzy Osbourne ihm Stunden vor seinem Tod mitteilte. Es war eine ruhige, aber tiefgreifende Botschaft, die die ganze Band schockierte. Ozzy fühlte sich „müde und wirklich erschöpft“.
Iommi verstand das vollkommen. Angesichts des unermüdlichen Stresses und des öffentlichen Drucks, den der Sänger jahrelang ertragen musste, war diese Müdigkeit absolut nachvollziehbar. „Und am nächsten Tag ist er weg“, berichtet der Gitarrist im Podcast Loudwire Nights. Diese einfache Feststellung drückt die unvorstellbare Geschwindigkeit des Abschieds aus.
Iommi schließt seine Erinnerung an seinen langjährigen Freund mit einer zutiefst emotionalen Note ab: „Es fühlt sich immer noch so an, als wäre er da.“
Diese letzte Begegnung auf der Bühne war es, die das Ablehnen des Albums in Vergessenheit geriet. Es war nicht die Aufnahme, die zählt, sondern der Moment, in dem die Musik lebendig wurde und die gesamte Welt Schwarz auf Weiß gesehen hat.
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Quellen:
Classic Rock (Magazininterview), Loudwire Nights (Podcast-Ausschnitt), Web-News-Aggregatoren (Bestätigung der Termine und des Todesdatums)

